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Das Massaker von Kerbela

Muawiya war, nach der Ermordung Alis, Alleinherrscher, Präger und Ausformer des Frühislam. Er war einziger Herrscher eines Weltreiches. Ab 662 n. Chr. ist Muawiya auch Herr der Osthälfte des islamischen Reiches, des Iraks, der arabischen Golfküste und Persiens. Die Enkelkinder Mohammeds (Hasan und Hüseyin) mußten sich nach Medina zurückziehen und Muawiya das Versprechen geben, politisch nicht tätig zu werden, woran sie sich auch hielten. Auf ihren Lehnseid verzichtete Muawiya, da sie völlig ungefährlich für ihn waren. 670 n. Chr. starb Hasan.

Nach Muawiyas Tod kam sein Sohn Yasid zur Macht. Nun war die Macht größer und gigantischer als zuvor. Als neuer Kalif verlangte Yasid nun von Hüseyin den Lehnseid. Der Enkelsohn des Propheten sollte diesem Enkelsohn des größten Widersachers des Propheten den Treueid leisten. Hüseyin lehnte es ab. Das Leben Hüseyins und seiner Familie war in Gefahr. Sie hatten keine Chance gegen Yasid. Da boten Kufaner ihm Hilfe an. Hüseyin zog mit einem etwa 100-köpfigen Gefolge von Mekka an Medina vorbei nach Kufa. Als er aber vor Kufa angelangt war, hatten sich die Kufaner eines anderen besonnen. Sie weigerten Hüseyin den Zutritt zur Stadt Er wurde angegriffen und verlor sogar ein paar Mann. Eine Rückkehr nach Mekka oder Medina war ihm nicht mehr möglich, da Yasid zwischenzeitlich die Halbinsel kontrollierte. Hüseyin flüchtete nach Norden, immer begleitet von einem Beobachtungstrupp der abtrünnigen Kufaner.

Der Gouverneur Yasids, Siyad Obaidallah, hatte die aufständischen und abtrünnigen Kufaner wieder fest in den Griff bekommen. Nach ein paar Tagen wurde der Trupp Hüseyins von den Kufanern (4000 Mann) eingeschlossen und am Weiterziehen gehindert. Siyad Obaidallah wollte die bedingungslose Kapitulation Hüseyins. Hüseyin lehnte es ab, war aber bereit, vor Yasid zu erscheinen, politische Nichtaktivität zu geloben, als ganz gewöhnlicher Bürger zu leben, notfalls in eine abgelegene Reichsgegend zu ziehen.
Siyad Obaidallah lehnte ab und befahl, den Trupp Hüseyins zu erschießen. Am Ende wurde Hüseyins 70-köpfige männliche Begleitschar von abtrünnigen Kufanern, die ja eigentlich Schiiten waren, niedergemetzelt.

In der Belagerungszeit verdursteten Huseyin und sein Gefolge regelrecht. Die Schreie der Kinder nach Wasser wurden ignoriert. Deshalb trinken Aleviten bei ihrer Fastenzeit (Trauer an Kerbela) nicht reines Wasser.
Ein Sohn Hüseyins wurde mit einem Pfeil erschossen. Dann fiel auch Hüseyin zu Boden, aus mehreren Wunden blutend, und das Haupt wurde ihm abgeschlagen. Die ganze Tragödie zog sich mehrere Tage und Nächte in der Wüste zu Kerbela (Irak) hin.
Der 24-jährige Hüseyin-Sohn Seynelabidin überlebte mit einigen Frauen, Mädchen und Kindern, weil er, an Dysentrie leidend, krank im Zelte lag.

Quelle: Homepage von Ahmet Emre